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Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Kriterium für erfolgreiche Hilfeangebote

Interdisziplinärer Fachtag der Universität zu Köln und Wellenbrecher

Ausfahrt1Am 29.5.2018 fand in Castrop-Rauxel ein Fachtag mit dem Titel „Ausfahrt 18 – Wege aus der Hilfe: Interdisziplinäre Perspektiven auf die Nachsorge und Nachbegleitung nach stationärer Förderung junger Menschen“ statt. Die ReferentInnen kamen aus verschiedenen Einrichtungen und Systemen, die mit der Erziehung junger Menschen befasst sind: Prof. Dr. Dirk Nüsken von der Evangelischen Fachhochschule Bochum, Anna Vetter von der Kinder- und Jugendpsychiatrie Elmshorn, Andreas Bassendowski und Stefanie Klein von der Justizvollzugsanstalt Iserlohn, Anna Stossun, Prof. Dr. Philipp Walkenhorst und Rainer Zimmermann von der Universität zu Köln sowie Gerwin Karafiol und Michael Karkuth von Wellenbrecher e.V.

Allen gemeinsam ging es um die Erfahrung, dass intensive individuelle Hilfen in vielen Fällen wirksam sind in dem Zeitraum, in dem die Hilfen angewendet werden. Allzu oft jedoch bleiben diese positiven Wirkungen nach dem Ausscheiden aus dem Hilfesystem nicht erhalten, weil frühere Peer Groups und Verhaltensgewohnheiten wieder die Überhand gewinnen. Deshalb rückt die Frage der Nachhaltigkeit positiver Wirkungen als Kriterium für den Erfolg der gesamten Maßnahme in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Wellenbrecher etwa hat aus diesem Grunde vor zwei Jahren mit Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW sein Projekt „Drehscheibe“ aus der Taufe gehoben, mit dem Ziel, von Beginn einer stationären Unterbringung im Ausland an, den Blick auf das Ausscheiden aus dem Betreuungssetting nach Beendigung der Maßnahme in den Fokus zu nehmen und schon projektbegleitend gezielte Initiativen anzubieten.

WalkenhorstProf. Walkenhorst von der Uni Köln (rechts im Bild) betonte gegenüber den TeilnehmerInnen aus Jugendämtern und anderen pädagogischen Einrichtungen die Bedeutung der Nachhaltigkeitssicherung im Zusammenhang mit dem „Leaving Care“, dem Übergang vor allem aus hochstrukturierten pädagogischen Settings. Vor allem aber wies er auf die Verpflichtung zur Kooperation der verschiedenen pädagogisch tätigen Systeme hin: „Wir haben in den Säulen der Erziehungssysteme Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendkriminalität weitgehend identische Fragestellungen. Aber wir leisten uns den Luxus, diese Säulen nebeneinander existieren zu lassen und in vielen Fällen noch nicht einmal die gleiche Sprache zu sprechen. Nur im Austausch der Systeme untereinander kommen wir auch zu pädagogisch kreativen Ideen.“ Und weiter: „Wir haben alle eine rechtliche Verpflichtung zur Kooperation miteinander mit dem gemeinsamen Ziel des Wohles des einzelnen Kindes, des einzelnen Jugendlichen und des einzelnen Heranwachsenden“.