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Wellenbrecher-Wohnprojekt mittendrin in Schwerte öffnete für einen Tag seine Türen

Eine bunte Veranstaltung mit viel Spaß und spannendem Rahmenprogramm lockte Schwerter Bürger an

DSF3774Viele waren am Samstag (23.4.2016) gekommen, um sich in lockerer Atmosphäre informieren zu lassen. Das Wohnprojekt mittendrin hatte eingeladen zu einem Tag der offenen Tür: Man wollte diese Gelegenheit nutzen, sich der Öffentlichkeit einmal persönlich vorzustellen. Seit vier Monaten betreut das pädagogische Team von Wellenbrecher dort 17 minderjährige Jugendliche, die vor einiger Zeit aufgrund schwieriger Verhältnisse in ihrem Heimatland ohne jegliche Begleitung von erwachsenen Personen wie Eltern oder Verwandte nach einem langen beschwerlichen Weg bei uns angekommen sind.

Die Gäste wurden von unserem Pantomimen freundlich in Empfang genommen, der ihnen in seiner bekannt charmanten Art fünf Wertmarken mit auf den Weg gab. Die Besucher konnten sie dann gegen kleine Leckereien oder Getränke eintauschen.

Zu Beginn wies Joachim Glörfeld, geschäftsführender Vorstand von Wellenbrecher e.V., darauf hin, dass das Besondere dieses Wohnprojektes nicht nur das pädagogische Konzept ist, sondern darüber hinaus auch die zentrale Lage mitten in der Innenstadt von Schwerte. Die anfänglichen Bedenken, ob das von Wellenbrecher komplett angemietete Haus in einer Einkaufsstraße genügend Akzeptanz in Nachbarschaft finden würde, waren jedoch - wie er betonte - rasch zerstreut.

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Geschäftsführerin Tatjana Jendrzejewski ergänzte die Anmerkungen noch mit dem Hinweis, dass das Wohnhaus nicht nur ausländischen, sondern auch einheimischen Jugendlichen zur Verfügung steht, wenn sich ein entsprechender Bedarf ergeben oder der bisherige ändern sollte.

DSF3804Ein Grußwort des Beigeordneten der Stadt Schwerte, Hans-Georg Winkler, schloss den offiziellen Teil der Veranstaltung ab. Er hob ausdrücklich die bisherige gute Zusammenarbeit mit Wellenbrecher hervor und freute sich darüber, dass die Akzeptanz durch die Schwerter Bürgerschaft inzwischen sehr groß sei.

Einer der vielen Höhepunkte der Veranstaltung war sicherlich auch der Auftritt des „Circus Refugi“, einem Projekt der örtlichen Arbeiterwohlfahrt. Hier werden Flüchtlingskinder aus verschiedenen Ländern spielerisch dazu motiviert, sich voller Stolz mit kleinen Kunststückchen aus der Zirkuswelt einem größeren Publikum zu präsentieren. Die Unbefangenheit, mit der Kinder ihre zum Teil erst kurzfristig eingeübten Zirkus-Nummern vortrugen und der Spaß, den sie ganz offensichtlich dabei hatten, waren sehr beeindruckend.

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Musikalisch gab es auch Einiges zu hören. Stefan Bauer und sein Partner gaben mit ihren Gitarren Rockrhythmen zum Besten, die viele der BesucherInnen mitsingen konnten. Danach stellte Sara Buschulte am Keyboard deutschsprachige Lieder vor, die vom alltäglichen Leben handeln und von dem, was nur im Kopf passiert, in der Phantasie, in den Gedanken und Gefühlen. Begleitet wurde sie vom Gitarristen Urs Balzert.

Zwischendurch gab es immer wieder zahlreiche Geprächsmöglichkeiten, in denen sich unsere Gäste über das Wohnprojekt und das dahinterstehende Konzept informieren konnten – die Besichtigung der Einrichtung mit ihren Wohnungen und Gemeinschaftsräumen inklusive. Unsere Jugendlichen waren wie selbstverständlich in den Ablauf der Veranstaltung integriert. Sie halfen von sich aus mit bei der Essensausgabe, zeigten Interessierten auf einer großen Weltkarte ihren Herkunftsort oder halfen dort, wo es nötig war, tatkräftig mit. Man hatte nie das Gefühl, sie seien Fremde in einer ungewohnten Umgebung oder fühlten sich zur Schau gestellt. Im Gegenteil: Durch ihre offene Art, trotz der bis jetzt noch relativ eingeschränkten Fähigkeit zur deutschen Sprache auf Andere zuzugehen, sich einzubinden in das bunte Geschehen, haben sie viel zum Erfolg dieses besonderen Tages beigetragen. Zum Schluss legten unsere Bewohner Musik nach Wunsch auf und tanzten ausdrucksstark und stimmungsvoll dazu.

DSF3900Um zu erfahren, was unsere Gäste von dem Projekt halten und welche Wünsche sie damit verbinden, hatten sie Möglichkeit, eine Wunschkarte – mit ihren Kommentaren versehen – entweder an einen eigens dafür eingerichteten Wunschbaum zu hängen oder sie mit einem heliumgefüllten Ballon in die Lüfte steigen zu lassen.

Projektleiter Wolfgang Lintzen und das mittendrin-Team waren sehr zufrieden mit dem Tag der offenen Tür. Die Atmosphäre war angenehm entspannt, es gab überhaupt keine Berührungsängste, und die Gäste fühlten sich offensichtlich wohl und mit unseren angebotenen Leckereien gut versorgt.

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