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Wellenbrecher-Fachtag am 3.11.2016

Muslimische Jugendkultur und ihre Bedeutung für erzieherische Hilfen

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Es war rappelvoll auf dem Wellenbrecher-Fachtag im Kulturzentrum Agora in Castrop-Rauxel: Neben unseren MitarbeiterInnen waren viele FachkollegInnen aus verschiedenen Jugendämtern des Ruhrgebietes unserer Einladung gefolgt.

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Castrop-Rauxel, Katrin Lasser, standen interessante Vorträge, die das Hauptthema „Muslimische Jugendkultur und ihre Bedeutung für erzieherische Hilfen“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten, auf dem Programm.

web1So betrachtete Prof. Dr. Hans-Jürgen von Wensierski von der Universität Rostock muslimisch geprägte Jugendkulturen aus kultursoziologischer Sicht, vor allem in der Auseinandersetzung mit dem westlich orientierten Wertekanon junger Menschen und den daraus resultierenden Folgen. Nach dem Vortrag, der beispielhaft und sehr plastisch auch einige Tondokumente aus den zahlreichen Interviews, die das Forscherteam um Prof. von Wensierkski mit muslimischen Jugendlichen durchgeführt hatte, beinhaltete, konnten Fragen aus dem Publikum gestellt werden.

web2Im Anschluss daran referierte Naiel Arafat, Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie aus Peine über spezifische Störungsbilder in Flüchtlingsfamilien mit arabisch-muslimischem Hintergrund. Er stellte zentrale Aspekte der aktuellen Migrationsbewegung und deren Auswirkungen auf mögliche aktuelle und zukünftige Therapien bei vorliegenden Traumatisierungen vor. Zudem wies er darauf hin, dass die zeitnahe soziale Unterstützung als wichtigste Ressource nach traumatischen Erlebnissen - insbesondere bei Flüchtlingskindern - angesehen werden kann. Auch Naiel Arafat stellte sich anschließend den zahlreichen Fragen aus dem Teilnehmerkreis.

Nr2In einem dritten Schwerpunkt stellte unser Team vom Büro Münsterland-Ost Handlungs- und Integrationskonzepte aus der Praxis vor. In ihrer Arbeit wollen sie - so berichteten die Referenten - primär gewährleisten, dass die betroffenen jungen geflüchteten Menschen in einer sicheren Umgebung untergebracht und keiner Gewalt ausgesetzt sind. Dabei setzen sie voraus, dass die die betroffenen Kinder und Jugendlichen konstante AnsprechpartnerInnen brauchen, die sich ihnen feinfühlig annähern und behilflich sind, innere Spannungen loszuwerden.

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Wenn wir die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen des Fachtages resümieren, können wir von einer gelungenen Veranstaltung sprechen. Natürlich war es wie immer: Die Zeit war eigentlich viel zu kurz, um das Thema noch intensiver auszuleuchten und die vielen noch nicht geklärten Fragen beantworten zu können. Aber es war ein erster Schritt, der eine Fortsetzung verdient hat.

Foto: adobestock.com