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Erziehungshilfen im Ausland

Auslandsstandprojekte sind individuell auf den Einzelfall bezogene Hilfeformen, die dann in Anspruch genommen werden können, wenn ein grosser Abstand zum Lebensumfeld oder einer gefährdenden Szene notwendig ist. Sie nutzen den Prozess der Erfahrung einer anderen Kultur, die besonderen geographischen, sozialen und natürlichen Bedingungen des Gastlandes sowie das hohe Aufeinanderangewiesensein zwischen Betreuer und Betreuten in einer fremdsprachigen Umgebung. Diese Projektbedingungen stellen besondere Lern- und Erfahrungsfelder für Jugendliche dar, die in anderer Form im Sozialraum wie im Herkunftsland überhaupt nicht zu stützen wären. Bestimmte in der Hilfeplanung angestrebte Veränderungen können nur hier oder hier besonders gut umgesetzt werden. Unter Standprojekten verstehen wir Betreuungsformen, in denen 1-2 Jugendliche kurz- oder längerfristig (ggfs. mehrjährig) in den Haushalt eines Betreuers/einer Betreuerfamilie in einem Gastland integriert sind. Der Projektstandort ist gleichzeitig Lebensmittelpunkt und fester Wohnsitz der Betreuerfamilie.

Wellenbrecher e.V. übernimmt einmal pro Jahr die Flugkosten für die belegenden Jugendämter, um eine Hilfeplanfortschreibung vor Ort für den Auftraggeber zu ermöglichen. Sollte dies dem belegenden Jugendamt nicht möglich sein, trägt Wellenbrecher die Reisekosten für Betreute und BetreuerInnen, die im Zusammenhang mit der Hilfeplanung in Deutschland anfallen. Die jungen Menschen werden bedarfsorientiert bei ihrer Rückkehr nach Deutschland begleitet, mit dem Ziel, eine soziale Reintegration durch eine Anschlussmaßnahme zu ermöglichen.

Alle Auslandsprojekte von Wellenbrecher basieren auf den gesetzlichen Vorgaben der §§ 27 Abs. 2 und 78b Abs. 2 des SGB VIII. Die dort formulierten Bestimmungen werden ebenso eingehalten wie die Regelungen der „Selbstverpflichtungserklärung für Träger von individualpädagogischen Leistungen der Erziehungshilfe im Ausland“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik e.V. (AIM) und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Spezifische Leistungsmerkmale:

• Alltagsgestaltung in einem Umfeld, das verlässliche Beziehungen, Kontinuität und Struktur bietet

• Entwicklung eines individuellen pädagogischen Konzeptes für den Jugendlichen, das sich in den Projektrahmen integrieren lässt

• Einbindung in die Lebenswelt der Betreuer, in deren Verwandtschafts- und Freundeskreis, sowie durch gemeinsame Freizeitaktivitäten

• Förderung des Erlernens der Landessprache und Einführung in die Kultur des Gastlandes

• Unterstützung der Einbindung der Jugendlichen ins Gemeinwesen im Gastwohnort

• Gesundheitsvorsorge und Regelung der Absicherung des Jugendlichen im Krankheitsfall

• Gezielte Förderung des Betreuten in seiner psychosozialen, emotionalen, kognitiven und körperlichen Entwicklung

• Förderung von intellektuellen, musischen, sportlichen und handwerklichen Fähigkeiten des Betreuten

• soziales Lernen im Gruppenkontext bei der Bewältigung von allen grossen und kleinen Alltagsproblemen

• Hilfen zum Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen: Techniken selbständiger Haushaltsführung und der Organisation einer autonomen Lebensführung

• Entwicklung einer Lebens- und Betreuungsperspektive mit dem Jugendliche zusammen für dessen Rückkehr nach Deutschland

• Information, Kontaktpflege und Arbeit mit den Eltern durch eine pädagogische Fachkraft am Herkunftswohnort.

Unsere besonderen Qualitätsstandards:

Kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung der Betreuten von Anfang des Projektes bis zu seinem Ende und teilweise darüber hinaus durch psychiatrische Kooperationspartner oder der Wellenbrecher eigenen Diagnostik- und Therapieabteilung

Zusätzliche therapeutische Angebote zum Teil mit Hilfe eines speziellen Telemedizin-Systems

Intensive Auftragsklärung zur Sicherstellung der Passgenauigkeit im Betreuungssystem bei der Anbahnung/Ermittlung neuer Projektstellen

Doppelte Koordinationsstruktur (Mehrsprachlichkeit) durch den Einsatz von KoordinatorInnen in Deutschland und zusätzlichen KoordinatorInnen vor Ort

Regelmäßige Besuche durch die Koordination in der Projektstelle in der Regel 1 x wöchentlich bis 1 x monatlich, je nach Bedarf und den örtlichen Gegebenheiten der Projektländer

Verstärkter Informationsaustausch aller Projektbeteiligten durch zusätzliche regelmäßige Telefon- und Videokonferenzen; ein den Datenschutzbestimmungen entsprechendes modernes Videokonferenzsystem steht zur Verfügung.

Intensive längerfristige Vorbereitung neuer Projektstellen im Ausland

Vorhalten von Entlastungs-Projektstellen bei Krisen bzw bei normaler Entlastung der regulären Projektstelle

Standardisiertes Verfahren zur Gewährleistung des Kindeswohls nach § 8a des SGB VIII

Standardisiertes Beschwerdemanagement

Wellenbrecher eigenes Verfahren zur Unterstützung von Projektstellen in Krisen

Distanzbeschulung aller schulpflichtigen Jugendlichen mit der Möglichkeit des Erwerbs von qualifizierten Schulabschlüssen nach Klasse 9, 10a oder 10b durch die staatlich anerkannte Sonneckschule des Neukirchener Erziehungsvereins

Unterstützung bei der schulischen bzw. beruflichen Eingliederung durch Berufspraktika und Ausbildung im In- oder Ausland

Ab Ende 2015: zusätzliche Ausweitung des Rückkehrer-Konzeptes durch projektbegleitende soziale Kompetenztrainings in Deutschland dient unter anderem der Steigerung der Nachhaltigkeit unserer Erziehungshilfen im Ausland

Differenziertes Wellenbrecher eigenes Qualitätshandbuch mit Beschreibung aller pädagogischen Fachverfahren

Vernetzung mit anderen freien Jugendhilfeträgern zur Erhöhung der Qualität durch Austausch und gegenseitige Information, insbesondere unter dem Dach des Europäischen Forums für Soziale Bildung (European Forum For Social Education - EFFSE)

Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland sowie im Gastland insbesondere in Russland und Polen

Beteiligung an der Entwicklung neuer universitärer Ausbildungsgänge im Ausland zum Beispiel in Russland

Beteiligung und Initiierung verschiedener wissenschaftlicher Studien und Veröffentlichungen zur Evaluation, die die Bedeutung und Wirksamkeit erzieherischer Hilfen im Ausland belegen

Beispiele:

- Willy Klawe, Verläufe und Wirkfaktoren individualpädagogischer Maßnahmen, Köln, 2010

- Klein, J., Arnold, J. & Macsenaere, M., InHAus – Individualpädagogische Hilfen im Ausland: Evaluation, Effektivität, Effizienz. Freiburg i. Br., 2011

- Europäisches Forum für Soziale Bildung (Hrsg.), Soziale Bildung in Europa, Freiburg i.Br., 2012

- Willy Klawe, Das Ausland als Lebens- und Lernort, Dortmund, 2013

- Svetlana Rastschetina / Wladimir Süss, Deutsch-russische Kooperation in der Arbeit mit Jugendlichen aus Risikogruppen, in: Dialog Erziehungshilfe, 3-2014, Seite 53ff

Erhöhung der Transparenz unserer pädagogischen Aktivitäten durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere durch

- verschiedenste Printmedien

- eigene Website, in diesem Zusammenhang besonders interessant auch diese Seite

- eigener Auftritt bei Facebook

- eigener Jugendhilfe-Blog

- eigener Twitter-Account

- Video-Film „Letzte Chance Ausland“

- Video-Interview mit Michael Karkuth, unserem Leiter der Auslandsabteilung

Schauen Sie sich bei Interesse auch einmal diesen Bericht aus der Praxis intensiver sozialpädagogischer Einzelbetreuung in Russland an.

Bei Interesse an einer Beratung wenden Sie sich bitte an Herrn Michael Karkuth oder Frau Susanne Volkmer, Auslandsabteilung, Telefon: (02305) 698623-0. Dort können auch eine entsprechende Konzeption anfordern.

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+ Studienbericht zur AIM-Studie "Verläufe und Wirkfaktoren Individualpädagogischer Maßnahmen"

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